Wirtschaftlichkeit

Lohnt sich Photovoltaik für Gewerbe? Eine Beispielrechnung

Symbolbild zur Wirtschaftlichkeit gewerblicher Photovoltaik

Für viele Unternehmen ist die eigene Solaranlage längst kein reines Klimathema mehr, sondern eine betriebswirtschaftliche Entscheidung. In diesem Beitrag zeigen wir anhand einer transparenten Beispielrechnung für eine 100-kWp-Dachanlage, welche Faktoren über die Wirtschaftlichkeit entscheiden – und wann sich die Investition amortisiert.

Die entscheidende Größe: der Eigenverbrauch

Je mehr des erzeugten Stroms Sie selbst verbrauchen, desto höher die Ersparnis – denn selbst genutzter Solarstrom ersetzt teuren Netzbezug (rund 0,25 €/kWh), während die Einspeisung nur mit wenigen Cent vergütet wird. Für Gewerbebetriebe mit hohem Tagverbrauch ist die Ausgangslage deshalb besonders günstig.

Faustregel: Jede eingesparte Kilowattstunde Netzbezug ist meist drei- bis viermal so viel wert wie jede eingespeiste Kilowattstunde.

Beispielrechnung: 100-kWp-Dachanlage

Wir rechnen ein realistisches Szenario mit vereinfachten Annahmen durch. Alle Werte sind Beispielwerte; die tatsächlichen Zahlen hängen von Standort, Lastprofil und Finanzierung ab.

Annahmen & Ergebnis

Anlagenleistung100 kWp
Investition (netto)100.000 €
Spezifischer Ertrag950 kWh/kWp
Jahresertrag95.000 kWh
Eigenverbrauchsquote55 %
Strompreis (vermiedener Bezug)0,25 €/kWh
Einspeisevergütung0,08 €/kWh
Ersparnis Eigenverbrauch (52.250 kWh)≈ 13.060 €/a
Erlös Einspeisung (42.750 kWh)≈ 3.420 €/a
Betrieb & Versicherung− 1.500 €/a
Jährlicher Überschuss≈ 14.980 €/a
Amortisation≈ 6,7 Jahre
Break-even k€ +200 +100 0 −100 0 5 10 15 20
Kumulierter Cashflow der Beispielanlage (in Tausend Euro) über 20 Jahre: Break-even nach rund 6,7 Jahren, danach Überschuss über die weitere Laufzeit. Vereinfacht – ohne Strompreissteigerung, Degradation und Finanzierung.

Diese Stellhebel bestimmen das Ergebnis am stärksten:

  • Anlagengröße und spezifische Kosten pro kWp
  • Eigenverbrauchsquote und Reststrombezug
  • Strompreisentwicklung und Einspeisevergütung
  • Steuerliche Effekte und Förderung

Speicher: sinnvoll oder nicht?

Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch, besonders wenn Verbrauch und Erzeugung zeitlich auseinanderliegen. Ob er sich rechnet, ist eine Frage der Auslegung – wie groß der Speicher sein sollte, lesen Sie im Beitrag Batteriespeicher richtig dimensionieren.

Fazit

Im Beispiel amortisiert sich die 100-kWp-Anlage nach rund sieben Jahren und liefert danach über ein Jahrzehnt Überschuss. Gewerbliche Photovoltaik rechnet sich damit in vielen Fällen deutlich – entscheidend ist eine saubere Planung mit realistischen Annahmen. Gern erstellen wir für Sie eine belastbare, projektspezifische Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Hinweis: vereinfachte Beispielwerte ohne Gewähr. Für eine belastbare, rechtssichere Darstellung ergänzen Sie bitte reale Konditionen und ggf. eine steuerliche Beratung.

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